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Hindermann, Walter F.: Wiedergewonnene Schwesterwerke der Brandenburgischen Konzerte Johann Sebstian Bachs. Musikverlag Friedrich Hofmeister, Hofheim am Taunus 1969

antiquarisches Einzelstück, 72 Seiten, 280 g, Preis inklusive Versand per Post in Deutschland: 22 €

Vorwort

Nachfolgende Studie - herausgewachsen aus einem im November 1967 über Radio Beromünster ausgestrahlten Vortrag gleichen Namens - will versuchen einerseits in grundsätzlichen Gedankengängen die historischen Gegebenheiten der sog. »Brandenburgischen Konzerte« aufzurollen - gemäß den in den letzten beiden Jahrzehnten gemachten neuen Erkenntnissen über Bachs Tätigkeit in Körben, bzw. über die Art seiner Leipziger Vokalwerke und deren Wurzeln im Köthener Instrumentalwerk - um dadurch andererseits zu »offen« darlegenden neuen Funden zu gelangen, welche gemäß ihrer speziellen Eigenart neben die berühmtesten sechs Concerti grossi des Barocks gestellt werden dürfen.

Diese Arbeit, welche zwei solche Werke - die jedoch voneinander völlig verschieden sind - historisch-stilistisch begründet (ich verweise hier auf die gleidizeitig im gleichen Verlag erscheinenden entspredienden Erstausgaben: a) Doppelchöriges Orchesterkonzert D-Dur und b) Tripelkonzert G-Dur), möchte in gleicher Weise sowohl dem Musikwissenschaftler wie dem Musikpraktiker, als auch dem Laien einen Einblick geben, nach welchen Kriterien diese Werke »wiedergewonnen« wurden und in welcher Art ihre »Restaurierung« (der ja nur in »überarbeiteter Originalfassung« vorliegenden Sätze) vonstatten ging. (Vergl. auch die Jahresgaben 1962 »Sonata a tre in g« und 1968/69 »Triosonate h-moll« der Internat. Bach-Gesellschaft bei Hug/Zürich.) In dieser Beziehung sind »authentische Urfassungen« nur hypothetisch zu beweisen und in Rekonstruktionen nur als Versuche (weil »subjektiv«) realisierbar. Sie ergaben sich jedoch völlig »von selbst« durch die Art ihrer stilistischen Überzeugungskraft, welche durch wiederholte praktische Aufführungen Bestätigung fand. Im Versuch des kompositorischen Nachvollzugs gemäß den »gegebenen« Fakten und analog den in den Brandenburgischen Konzerten angewandten schöpferischen Praktiken zeigten sich (intuitiv erfühlte und logisch entwickelte) Gegebenheiten, nach denen die Wiederherstellungen erfolgten. Unser Bach-Bild erweitert sich so in ungeahnter Weise und gibt uns Kunde eines schöpferischen Reichtums, der durch den bisherigen, »gesichert« überlieferten Werkbestand vollumfänglich gar nicht erkennbar ist. Die wichtigste Literatur, der ich am meisten verpflichtet bin, ist im Verzeichnis am Schlusse dieser Arbeit angegeben.

Dino ob Lugano, Herbst 1969.

Walter F. Hindermann